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De Niro-Geschichte
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Die De Niro-Geschichte

De Niro - der Inbegriff für Dressur-Leistungszucht

De Niro - der Inbegriff für Dressur-Leistungszucht

Als im Oktober 2017 der gesundheitliche Zustand von De Niro sein Ende besiegelte, verlässt ein Hengst die züchterische Bühne, dessen Leben und Wirken ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht hat. „Lebende Legende“ – dieses Attribut wird häufig inflationär und effektheischend eingesetzt. Aber De Niro, dieser unvergessene Rappe, der über Jahre die Weltrangliste der Dressurhengste anführte, der selbst ein Drittel aller Grand Prix-Prüfungen als Sieger verließ und dessen Nachkommen international annähernd drei Millionen Euro gewonnen haben, ist genau das. Eine Legende zu Lebzeiten. 

Er hat züchterisch angeknüpft an das, was sein Vater Donnerhall, ebenfalls zu Lebzeiten eine Legende nicht nur in der deutschen Dressurszene – selbst Mannschaftswelt- und Europameister – begründet hat. 

Eine Rückschau auf einen „Hengst einer Epoche“, einen Stempelhengst mit einer einmaligen Geschichte:

Wie alles begann …

Rückschau – Verden, Niedersachsenhalle, Oktober 1995, volle Ränge. Die Bahn betritt ein Rappe mit vier weißen Füßen. Noch ist er nur eine Nummer, bewegungsstark, gute Abstammung: Donnerhall-Akzent II-Wiesenbaum xx-Ferdinand. Schon bald soll aus diesem Rapphengst eine Hengstpersönlichkeit werden: De Niro. Die Studienfreunde Burkhard Wahler und Tönne Böckmann, der eine aus der Lüneburger Heide, der andere aus dem oldenburgischen Lastrup, können den Hengst erwerben. Sie sind sich ihrer Sache sicher. Ein Donnerhall-Sohn, mit Kraft und immensem Schub aus der Hinterhand. Dr. Burchard Bade, damals Landstallmeister im niedersächsischen Landgestüt Celle, hat 1995 noch den Zugriff auf die besten Hengste des Jahrgangs. Doch Bade winkt ab, De Niro landet nicht im „Celler Lot“: Dass ein Sohn des Rappen neun Jahre später an derselben Stelle Siegerhengst werden soll und dass dieser Dancier getaufte Rapphengst (siehe unten), dessen Karriere als Spitzenfohlen bei der Auktion des Klosterhofs begann, eben jenem Landstallmeister Bade dann 330.000 Euro wert sein würde, ahnt im Herbst 1995 niemand.

Als zweitteuerster Hengst des Jahrgangs wechselt De Niro in den gemeinsamen Besitz der beiden Freunde, die in Kiel zusammen studiert und gewohnt haben. Die Abstammung macht sie sicher, ja, das war richtig: Akzent II für Rittigkeit und Typ, Wiesenbaum xx sorgt für den notwendigen Schuss Vollblut, dann Ferdinand, Hannovers kraftvolle Zuchtgröße aus den 1970er Jahren – auch jenseits von Donnerhall sind das bewährte, große Namen. Leistungsträger, wichtig für den Erbgang. Gezüchtet hat den Donnerhall-Sohn Brigitte Pahl aus Fockbeck in Holstein. Die Mutter Alicante ging bis M-Dressur, schon ihr erstes Fohlen wird gekört, Dimension, ein Vollbruder zu De Niro. An De Niro kann sich die Züchterin erinnern. Schon bei der Geburt war er besonders, „das haben wir gleich erkannt“.  

Nicht anders geht es den Verantwortlichen bei der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf, der nächsten Stufe auf De Niros Erfolgsleiter: Dressurindex über 145, Springindex 117,75 Punkte – unterm Strich steht der Reservesieg mit 141,93 Punkten im Gesamtindex. Geschafft! Dann die ersten Fohlenjahrgänge – Volltreffer! Auf den unterschiedlichen Auktionsplätzen traben sich die De Niro-Nachkommen in die Herzen des Publikums und in prominente Ställe. Dynamik, mit groß gehebelten Bewegungen aus der Hinterhand. Ein Sohn kostet 70.000 Mark in Vechta, ein anderer in Medingen 140.000 Mark, später gar 99.000 Euro. Dabei sind es keinesfalls Fohlen, die nur toll traben. Auch unterm Sattel können die De Niros auftrumpfen. In Oldenburg wird der Hengst als Vierjähriger zum „Hauptprämiensieger“ gewählt – der Titel, für den die Begutachtung des ersten Fohlenjahrgangs maßgebliches Kriterium ist.

Erfolgsprinzip Leistung

Erfolgsprinzip Leistung

De Niros Nachkommen sind in aller Munde, entsprechend wird er frequentiert. In Hannover und Oldenburg, genauso wie in Westfalen. Als die ersten Kinder unter den Sattel kommen, steht fest: Wie der Vater, so die Kinder. De Niro gibt das für ihn so charakteristische Hinterbein, den kraftvollen Bewegungsablauf, die Dynamik, die ihn auszeichnet, an seine Nachkommen weiter. Vom Fleck weg wird er bundesweit fester Bestandteil von Auktionskollektionen. Viele Namen sind da zu nennen, und doch wird man immer Pferde vergessen. Es sind einfach zu viele, die ihrem Vater sportlich nacheifern.
Pferde wie der Westfale Daily Pleasure (siehe unten), 2005 De Niros erster Bundeschampion, zuvor Preisspitze der Auktion in Münster-Handorf, Vize-Bundeschampion Del Martino (Mutter v. Lungau, Zü. Heinrich Gerriets, Wilhelmshaven), ein Oldenburger und Spitzenpferd der Elite-Auktion in Vechta oder Da Vinci (Zü. Theodor Gerdes, Herzlake), das erste von so vielen Spitzenpferden, die folgen sollten, auf der Herbstauktion des Klosterhofs Medingen. Unter Bianca Ramcke ging der Wallach erfolgreich im Grand Prix-Sport. Eine typische Karriere für die De Niro-Kinder. Denn sie sind von der Kategorie, von denen Dressurausbilder sagen, „die lernen alles“ – Piaffen und Passagen, fliegende Wechsel von Sprung zu Sprung, eben das gesamte Grand Prix-Programm. Stichwort Bundeschampionat: 2006 sind 14 Nachkommen am Start in Warendorf – Rekord!

De Niro: Siebenjährig schon im Grand Prix erfolgreich

De Niro: Siebenjährig schon im Grand Prix erfolgreich

Das Bundeschampionat hat De Niro in seiner Karriere ausgelassen, nein, übersprungen ist wohl der treffende Begriff. Sechsjährig ist er qualifiziert, geht aber nicht an den Start. Dafür startet er siebenjährig nicht nur in S-Dressuren, sondern gleich schon in Grand Prix – und siegt! „Weil es mit dem Burg-Pokal nicht klappen wollte, habe ich gesagt, komm‘ wir reiten gleich Grand Prix“, schmunzelt Dolf Dietram Keller, der den Hengst in dieser Zeit ausgebildet hat, in der Rückschau. Ein Konzept, das aufgeht, auch weil der Hengst im Viereck derart fokussiert auf seinen Ausbilder ist, dass er fehlerfrei durch die Klippen der Königsklasse kommt. Mit De Niro gewinnt Keller das Championat der Berufsreiter. Die Leistungen des Rappen vom Klosterhof Medingen sind derart überzeugend, dass ihm 2000 der Otto Lörke-Preis zuerkannt wird, als bestes deutsches Grand Prix-Nachwuchspferd.

Später sollen mit Bonaparte, Satchmo, Weihegold OLD oder Cosmo Pferde an De Niros Stelle im Rampenlicht der Stuttgarter Schleyerhalle stehen, die allesamt auf Championaten und Olympischen Spielen mit Goldmedaillen dekoriert werden. Anschließend übernimmt Theresa Wahler, heute von Schultzendorff, De Niros sportliche Darstellung. Zwölf Platzierungen, darunter einen Grand Prix-Sieg erringen die beiden. Im Juni 2006 geht De Niro 13-jährig sein letztes Turnier. 64 mal ist er in Klasse S platziert, davon 25 mal die Ehrenrunde angeführt. Das Besondere: Unter den 64 Schleifen finden sich gerade eine aus einer „normalen“ S-Dressur plus zwei aus einem Prix St. Georges und drei aus Prüfungen auf Intermédiaire I und II-Niveau. Man kann De Niros sportliche Leistung mathematisch auch noch prägnanter auf den Punkt bringen:

Über 90 Prozent seiner S-Platzierungen hat De Niro auf Grand Prix Niveau errungen und ziemlich genau ein Drittel aller Grand Prix-Starts verwandelte er in Siege!

Damit unterstreicht der Hengst das, was sein Besitzer Burkhard Wahler immer als Prämisse formuliert hat: „Wir wollen Grand Prix reiten und Grand Prix-Pferde züchten!“ Fortan steht die Zucht im alleinigen Fokus. Wobei De Niro bei diversen Auftritten auf Hengstschauen und Galas in den nächsten Jahren zeigt, wie viel Saft und Kraft in ihm steckt. Und von wem seine Kinder das schon sprichwörtliche Talent für „Pi und Pa“, für die Lektionen der höchsten Versammlung, Piaffen und Passagen, Kernpunkte des Grand Prix-Sports, ererbt haben. Diejenigen, die im Grand Prix nach vorne drängen, werden immer mehr.

Ehre, wem Ehre gebührt

Schon 2008, seine ältesten Nachkommen sind da gerade elf Jahre alt, wird De Niro als erster Privatbeschäler aus dem Dressurlager vom Hannoveraner Verband zum „Hengst des Jahres“ in Hannover ernannt. In der Laudatio werden seine über 400 bis Klasse S erfolgreichen Nachkommen angeführt. Mehr als 200 Auktionspferde und -fohlen hat er zu diesem Zeitpunkt geliefert. Eine Zahl, die sich in den Jahren um ein Vielfaches erhöhen wird.

In den 2000er Jahren ist De Niro zum Lieferant Nummer eins für das Bundeschampionat avanciert. 2005 ist es der Fuchs Daily Pleasure (Mutter v. Ehrenmarsch, Zü.: Kurt Gräfe, Barntrup), der für den ersten Titel „Bundeschampion made by De Niro“ sorgt. Er siegt bei den Vierjährigen unter Bernd Nöthen. Der Fuchs lernt in seiner Karriere viele Reiter kennen. Im Sommer 2015 übernimmt Beatrice Buchwald den Westfalen von Holga Finken. Das Paar findet sich schnell zusammen, erringt über 20 Grand Prix-Platzierungen, darunter mehrere goldene Schleifen auf internationalem Parkett. 

2009 erhält erstmals ein De Niro-Nachkomme den Ritterschlag im deutschen Dressursport: Dablino FRH (Mutter v. Wanderbursch II, Zü. Weert Arnold Sweers, Krummhörn) unter Anabel Balkenhol – 2010 mit dem Team Bronzemedaillengewinner bei den Weltreiterspielen in Kentucky. Zwei Jahre später nimmt das Paar an den Olympischen Spielen in London teil, Rang 19.

In London sind sechs (!) De Niro-Nachkommen für vier Nationen genannt. Bei den Championaten der kommenden Jahre soll sich diese Quote sogar noch erhöhen. Dablino und Anabel Balkenhol sind in den folgenden Jahren eine feste Größe im internationalen Dressursport, landen auf dem Treppchen bei den Deutschen Meisterschaften, führen 2016 in der Frankfurter Festhalle und 2017 in der Dortmunder Westfalenhalle die Ehrenrunden an – Sieg Nummer 47 und 48 in Klasse S, Lebensgewinnsumme knapp 230.000 Euro. Übrigens: Dablinos älterer Bruder D-Online ist lange Zeit Landbeschäler im hessischen Dillenburg und ebenfalls in Klasse S erfolgreich.

Die Nummer eins der Sport-Welt: Desperados

Die Nummer eins der Sport-Welt: Desperados

Den zweiten Otto-Lörke Preis als bestes Nachwuchs Grand Prix-Pferd Deutschlands an einen De Niro-Nachkommen erhält 2011 der Hannoveraner Desperados (Mutter v. Wolkenstein II, Zü.: Herbert Schütt, Hemmoor). Es ist das Jahr, in dem De Niros sportliche Nachkommen erstmals die Millionengrenze in Sachen Lebensgewinnsumme überschreiten. 2010 hatte er es erstmals unter die Top 10 der Weltrangliste der Weltzuchtverbandsvereinigung WBFSH (World Breeding Federation for Sport Horses) geschafft. 2011 ist aber auch das Jahr, in dem Kristina Bröring-Sprehe den Desperados übernimmt. Es markiert den Beginn einer atemberaubenden Karriere. Die Krönung: Desperados und „Tina“ Bröring-Sprehe werden ab 2015 für viele Monate die Spitzenposition der Weltrangliste einnehmen. Mehrfach trägt „Despi“ seine Reiterin zum Titel der Deutschen Meisterin, mit Kürbewertungen sogar über 90 Prozent. Kristina Bröring-Sprehe und Desperados debütieren 2012 im deutschen Championatskader. Beim Olympiastart in London gewinnen sie mit der deutschen Equipe Silber mit der Mannschaft und schaffen es einzeln unter die Top 10 in Kür und Grand Prix Special.

Im Olympiajahr 2012 steht De Niro erstmals an der Spitze der WBFSH-Weltrangliste. Er ist der beste Dressurvererber der Welt! Diese Position soll er in Folge mit einer kurzen Unterbrechung halten. Sind es bei den anderen Hengsten an der Spitze des Rankings zumeist ein oder zwei Nachkommen, denen der jeweilige Vater seine Platzierung verdankt, sind es bei De Niro viele Pferde. Und es kommen immer neue hinzu. Eine würdige Nummer eins, ohne Wenn und Aber.

Für Kristina Brörig-Sprehe und Desperados folgen in den Jahren eine Mannschaftsgoldmedaille bei den Europameisterschaften in Herning 2013, Gold mit der deutschen Equipe bei der WM in Caen (Einzel-Kür: Bronze) und Teambronze in Aachen 2015 – hier schafft es das Paar beinahe, die britischen Superstars Charlotte Dujardin und Valegro in der Einzelwertung zu entthronen – Silber vor heimischem Publikum! Bronze gewinnt mit Delgado (siehe unten) ein weiterer De Niro-Sohn. Das Gold bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 und Bronze in der Kür mit mehr als 87 Prozent runden eine sensationelle Karriere vorerst ab. 2017 pausiert der Rappe, doch Bundestrainerin Monica Theodorescu macht im Dezember 2017 kein Hehl daraus, dass sie das Paar im Aufgebot für die World Equestrian Games in Tryon 2018 sieht.

Falk Rosenbauer hat Desperados in den Grand Prix Sport gebracht und gewinnt mit ihm 2010, der Hengst ist gerade neun Jahre jung, das Deutsche Dressurderby, sieben Jahre nachdem sein Vater das Blaue Band als Derbysieger unter Dolf Dietram Keller in Hamburg Klein Flottbek an gleicher Stelle errungen hat.

Wie sein Vater ist auch Desperados ein gefragter Deckhengst, stellte bereits Hannoveraner Siegerstuten bei der Herwig-von-der-Decken-Schau. 2016 wird er in Hannover zum „Hengst des Jahres“ ernannt. 2010 siegt seine Tochter Doris Day beim Bundeschampionat, 2016 sein Sohn Destacado.

De Niros Söhne als Wegbegleiter vom Junioren-bis in den Top Grand Prix-Sport

De Niros Söhne als Wegbegleiter vom Junioren-bis in den Top Grand Prix-Sport

Eine besondere Geschichte hat der Dunkelfuchs D’Agostino, Geburtsjahrgang 2000. Eigentlich war „Daggi“ (Mutter v. Shogun xx, Zü. Klaus Lahmann, Bad Eilsen) gar nicht primär als Grand Prix Pferd für Fabienne Lütkemeier gedacht. Doch Doppelgold bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter 2010 sollte erst der Anfang einer besonderen Erfolgsgeschichte sein. 202 S-Erfolge (Stichtag 1. Januar 2018) – darunter 41 Siege sowie allein sieben Siege und 99 Platzierungen auf 4*-Niveau! – später und dekoriert mit Mannschaftsgoldmedaillen der EM 2013 und der WM 2014, kann man feststellen: Wieder einmal hat ein De Niro-Sohn seiner Reiterin den internationalen Durchbruch ermöglicht. Unvergessen die Auftritte des Paares beim Weltcupfinale 2016 mit einer komplexen Kürchoreographie und u.a. Neunen für Einerwechsel zu den Klängen der Carmina Burana auf gebogenen Linien.

Schon jung steht Deveraux (Mutter v. Rohdiamant, Zü.: Auguste Berding, Dinklage) im Rampenlicht. 2007 als Sechsjähriger wird er Weltmeister der jungen Dressurpferde und soll Sanneke Rothenberger nach fünf EM-Gold- und zwei Silbermedaillen im Lager der Jungen Reiter in den Jahren 2009 bis 2011 schließlich 2016 zum U25-Europameister machen.

In der Welt nicht zu schlagen

In der Welt nicht zu schlagen

Internationaler Shooting Star der Saison 2010 ist ein Fuchs, Delgado (Mutter v. Weltmeyer, Zü. Wilhelm Lambard, Hamm), unter der Spanierin Beatriz Ferrer-Salat. Er gewinnt nahezu jede Prüfung, in der er an den Start geht. Auch gegen namhafte Konkurrenz, die ungläubig staunt, als das bunte Bewegungswunder plötzlich und unerwartet in der internationalen Szene auftaucht. Nach einigem Auf und Ab kommt der Westfale 2015 wieder zurück in den Sport, mit einem Paukenschlag: Bei den Europameisterschaft in Aachen gewinnt Beatriz Ferrer-Salat Bronze in der Kür mit 82,714 Prozent. Generell muss man festhalten, dass kein anderer Hengst eine vergleichbar große Anzahl von Grand Prix-Pferden gezeugt hat, die über 80 Prozent in internationalen Dressurprüfungen erzielen konnten, wie De Niro. In Rio beendet das Paar Delgado/Ferrer-Salat das Unternehmen Olympia mit Platz zehn in der Kür. 2017 siegen sie unter anderem im Grand Prix Special und in der CDI4*-Kür in der Aachener Soers und werden starke Zweite in der Weltcup-Kür von Lyon sowie Sieger beim CDI5* in Madrid.

Die Kombination mit Weltmeyer-Müttern bzw. Müttervätern, die der hannoverschen W-Linie entspringen, hat immer wieder außerordentliche Pferde hervorgebracht, beispielsweise Andrea Timpes Grand Prix-Star Dixieland (Zü. Hans-Günter Berner, Edendorf), Karrierstart Klosterhof-Auktion. Olympiasieger Martin Schaudt und seine Frau Jasmin bilden mit Despino (Mutter v. Wolkentanz II, Zü. Ulrike Lahmann-Gerke, Wittingen) ein hochinteressantes Grand Prix-Pferd aus, in Italien zählt Beldonwelt (Mutter v. Weltmeyer) unter Frederica Scolari jahrelang zu den Championatspferden. Im spanischen Dressurlager etabliert sich der Rapphengst Double O Seven (Mutter v. Wanderbursch I) mit Ainoa Prada Ortiz. Devon L (Mutter v. Wolkenstein II, Zü. Douglas Leatherdale, USA) ist beständig unter der Kanadierin Diane Creech jenseits des Großen Teichs erfolgreich. Für die spanische Equipe geht bei der Europameisterschaft 2011 Duke (Mutter v. Fabriano, Zü. Marianne Zimmermann, Rosdorf) unter Antonio Diaz Porras an den Start. Für Belgien ist Donnerfee (Mutter v. Rosenkavalier, Zü. Dirk Hooghe-Verhoeven, Belgien) unter Claudia Fassaert mehrfach bei Championaten mit dabei. Im Team Portugal ist Der Clou (Mutter v. Matcho AA, Zü.: Dr. Rainer Nitsch, Salzhausen) bei den EMs 2013 und 2015 sowie der WM 2014 unter Filipe Canelas am Start. Degas (Mutter v. Regazzoni, Zü.: Albert Gerdes, Wangerland) zählt in Kanada unter Jill Irving zu den Toppferden, steht 2017 auf der Startliste des CHIO Aachen und ist platziert auf dem Schindlhof in Wattens (AUT). Danilo (Mutter v. Andiamo, Zü.: Susanne und Jürgen Beck, Stuttgart) ist für die USA unter Shelley Francis erfolgreich und reist 2016 als Ersatzpferd zu den Olympischen Spielen nach Rio. Der langen Liste könnte man noch viele Namen hinzufügen.

Rhapsodie Queen (Mutter v. Lord Liberty G, Zü. Clemens Graf von Merveldt, Vechta) ist dreijährig drittbeste Oldenburger Stute, 2008 beendet sie unter der Australierin Hayley Beresford das Finale des Nürnberger Burgpokals als Fünfte. 2011 reitet Isabell Werth die wunderschöne Rappstute im Grand Prix-Sport.

Auch in Übersee erfolgreich ist De Value (Mutter v. Ritual, Zü. Ulrich Bünger, Betzendorf). Er wird mit Hartwig Burfeind in Hagen a.T.W. Champion der Deutschen Berufsreiter 2011, später siegt er mit Carrie Schopf mehrfach in Wellington/Florida (USA).

Erfolge in Süddeutschland und beim CDI Kaposvar Zweiter im Grand Prix – das sind die Eckdaten des Württembergers FBW Devito (Mutter v. Discostern, Zü. Elisabeth Rütz, Ravensburg) mit der Dänin Lone Jörgensen, die ihn an die Sponsoren von Martin Christensen verkauft, als sie gen Australien auswandert. Nun wandert Devito unter Martin Christensen (DEN) durchs Grand Prix-Viereck.

Der ehemalige Medinger Auktionswallach Darjeeling (Mutter v. Kennedy, Zü. Adolf Gründler, Schweiz) qualifiziert sich mit Stephan Köberle für das Finale des Tesch Inkasso-Cups (heute Louisdor-Preis), nach den Saisons 2014 und 2015 darf er sich internationaler Grand Prix-Sieger nennen.

Zunächst in vielen Qualifikationen zum Nürnberger Burgpokal sind Dandelion (Mutter v. Figaro, Zü.: Hartmut Kleen, Bad Zwischenahn) und Uta Gräf im Jahr 2011 hochplatziert, später gewinnt das Paar Grand Prix-Prüfungen und geht bei Nationenpreisen für Deutschland an den Start.

Duke of Oldenburg (Zü. Hergen Schweers, Butjadingen), siebenjährig S-platziert, Auktionsspitze auf dem Klosterhof und dort auch züchterisch im Einsatz, steht für die Kombination mit Caprimond-Blut Pate. Daquino (Mutter v. Bolero, Zü. Gerhard Wilczek, Soderstorf) ist in jungen Jahren mit Reinhard Nielsen im Grand Prix-Sport angekommen.

Daintree (Mutter v. Wanderbursch II, Zü.: Wilhelm Janßen, Moorweg), ehemalige Auktionsspitze, entdeckt von Cornelia Böckmann-Heinrich und Christian Heinrich, ebenso wie der Grand Prix-Hengst Dick Tracy (Mutter v. Argentinus, Zü.: Josef Greten, Molbergen) geht mit Kathleen Keller in Nationenpreisen für Deutschland an den Start. In Österreich macht der kapitale Di Sandro OLD (Mutter v. Sandro Hit, Zü. Alfred Wilmhoff, Diepholz) ab 2016 unter Diana Porsche mit internationalen Siegen auf sich aufmerksam.

Edelmetall in einer anderen Pferdesportdisziplin, dem Voltigieren, verdanken Deutschlands Top-Voltigierer der De Niro Tochter Delia (Mutter v. Wittinger, Zü.: Helmut Ostermeier, Bückeburg). 2015 ist die Fuchsstute das erste Voltigierpferd, das mit dem Signum FRH unterwegs ist und unter anderem das Team Neuss zum Weltmeistertitel in der Gruppenwertung trägt.

Vergesst die Stuten nicht!

Vergesst die Stuten nicht!

1245 eingetragene Zuchtstuten weist das Jahrbuch Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für De Niro im Jahr seines Ablebens 2017 auf. Kaum ein Zuchtgebiet, in dem seine Töchter nicht für Nachwuchs sorgen. Da Einzelerfolge herauszustellen, ist schwierig – nein, unmöglich. Ein paar Beispiele: Neun Stuten – eine Tochter, acht Enkelinnen – ist De Niros Ausbeute bei der prestigeträchtigen Hannoveraner Rathje-Niebuhr-Schau im Jahr 2010. Außerdem steht er sechsmal als Muttervater im Katalog der 50 konkurrierenden Dressurstuten. Mit anderen Worten: Allein aus dem Geburtsjahrgang 2007 taucht De Niro im größten Warmblutzuchtverband der Welt bei 30 Prozent der Top-Stuten mindestens in zweiter Generation auf! Im Folgejahr sind es elf Enkelinnen von 48 Stuten – stattliche 23 Prozent. 2011 bringt sich De Niro bei der Oldenburger Elite-Stutenschau wieder einmal ins Gespräch: Fire and Ice (Mutter v. Lord Liberty, Zü. Dieter Scherwitzki, Holdorf) heißt die hochelegante Stute, die zur Jahrgangsbesten avanciert. Nicht die erste Siegerstute in Oldenburg, die De Niro zum Vater hat. Schon 2001 hatte Edina (Mutter v. Figaro, Zü. Edith Fleithmann, Großenkneten) gewonnen, als beste von zehn Staatsprämienstuten, die allein in diesem Jahrgang den Klosterhof Rappen zum Vater haben. Diese Stuten sorgen über die Mutterstämme für eine weltweite Verbreitung der Erbkraft des De Niro.

Prägend auch als Muttervater

Als Muttervater erarbeitet sich De Niro einen ausgezeichneten Ruf. Prominentes Beispiel: Sein Enkel Hotline, Siegerhengst in Hannover 2005, im dänischen Gestüt Blue Hors einer der ganz Großen und international Grand Prix erfolgreich, stammt aus derselben Stute wie Dirk Gießelmanns Kaderpferd Real Dancer FRH, De Nira v. De Niro-Wendepunkt. International kennt und schätzt man das Blut des Klosterhofer Hauptbeschälers. Der KWPN-Hengst Bretton Woods v. Johnson, 2011 Dritter bei der Weltmeisterschaft Junger Dressurpferde ist über seine Mutter ebenfalls ein De Niro-Enkel.

Schließlich ist da noch die „Klosterhof-Passerpaarung“ Fidertanz mal De Niro. Etliche gekörte Hengste, Championatspferde, Bundeschampions und Auktionsspitzen sind dieser Kombination entsprungen. Pferde wie Louisdor-Finalist Fahrenheit (Leif Hamberger, Anja Plönzke), die Brüder Foundation (Matthias Rath) und Chrystal Friendship (Anabel Balkenhol), der Klosterhof Vererber Flanell und sein Bruder Fats Domino (Fabienne Lütkemeier), Fine Spirit (Hartwig Burfeind) bis hin zum 2017er Sieger im Nürnberger Burgpokal QC Flamboyant (Isabell Werth).

Gigantischer Genpool!

Schon früh setzt De Niro auch mit gekörten Söhnen ein Zeichen in der Zucht. Auftakt macht im Jahr 2000 der später Grand Prix-siegreiche Depardieu (Mutter v. Luciano, Zü. Ewald Grotelüschen, Wardenburg) als Oldenburger Reservesiegerhengst. Auch in Hannover liefert De Niro Reservesieger: Beispielsweise 2001 Desert Moon (Mutter v. Walt Disney, Zü. Dr. Ulrich Kriebel, Bienenbüttel) teuerster Hengst seines Jahrgangs, der mit dem S-Sieger Divertimento und dem gleichfalls Grand Prix-erfolgreichen Disneyworld von Svenja Peper-Oestmann und weiteren Auktionspferden, die über den Klosterhof in fördernde Hände gerieten, erfolgreiche Geschwister aufweist. Der Moritzburger Landbeschäler De Janeiro (Mutter v. Weltmeyer, Zü. Walter Honigfort, Haselünne), auch er Hannoveraner Reservesiegerhengst, ist gleichfalls S-erfolgreich. Und schließlich noch Danzas (Mutter v. Weltmeyer, Zü. Margarete Limburg, Nordhorn), Reservesieger in Neustadt/Dosse 2003.

Für 910.000 Euro wird im Jahr 2013 der Oldenburger Siegerhengst Don Deluxe (Mutter v. Rosario, Z.: Josef Greten, Molbergen) bei der Auktion dem dänischen Pferdehändler Andreas Helgstrand zugeschlagen. Ein anderer Siegerhengst aber soll zum Aushängeschild seines Zuchtgebiets werden: Dancier

Der Stolz des Landgestüts: Dancier

Die Karriere eines Stempelhengstes beginnt im Jahr 2002. Ein schickes und sich schwungvoll bewegendes Hannoveraner Rapphengstfohlen zieht bei der Fohlenauktion Ende September auf dem Klosterhof Medingen die Blicke auf sich: Dancier (Mutter v. Lancier, Zü. Ekke Thaden, Butjadingen) wird als teuerstes Auktionsfohlen vom Hamburger Kaufmann Geert Brenninkmeyer erworben. Zwei Jahre später wechselt der Rappe über den Verdener Hengstmarkt ins Landgestüt Celle, wo er schnell zum Stutenmagnet avanciert. 2008 ist er der meistfrequentierte Staatshengst Deutschlands. Dancier hat sich seinen Erzeuger zum Vorbild gemacht, zeugt 29 gekörte Hengste (Stichtag 1. Januar 2018), die in unterschiedlichen Zuchtgebieten zum Einsatz gelangen und teilweise Erfolge bis Grand Prix vorweisen können. Unter dem Sattel finden sich Dancier-Nachkommen bei Bundeschampionaten und Weltmeisterschaften junger Dressurpferde unter den Top-Platzierten, allen voran Lordswood Dancing Diamond 2016. Mehr als 200 seiner Nachkommen wechseln allein über Auktionen in der Verdener Niedersachsenhalle die Besitzer. Dancier ist Inbegriff eines erfolgreichen Landbeschälers als er im Jahr 2017, wenige Monate vor seinem Vater plötzlich die züchterische Bühne verlässt.

Das Klosterhof-Ass

Das Klosterhof-Ass

Danone I kommt im Jahr 2000 als erster von insgesamt drei gekörten De Niro-Söhnen der Weltmeyer-Tochter Well Done (Zü. Dr. Bianca Helmcke, Jameln) zur Welt. Danone II ist Boxennachbar von Danone I auf dem Klosterhof Medingen. Der Erstgeborene ist Grand Prix-erfolgreich mit Theresa Wahler; der Zweitgeborene, mehrfach hochplatziert in Qualifikationsprüfungen zum Nürnberger Burgpokal, verstirbt zu früh im Jahr 2013 an einem Beinbruch. Danone I, dessen Karriere in Schweden begann (2017 wurde er aufgrund seiner Nachkommen dort zum Elitehengst ernannt) hat sich züchterisch mit Prämienhengsten wie dem Oldenburger Dante Weltino (Mutter v. Welt Hit II, Zü. Olaf Baals, Voigtsdorf), dem Hannoveraner Dante de Luxe (Mutter v. Rouletto) oder dem NRW-Landbeschäler Dankeschön (Mutter v. Fidermark, Zü. Alfred Baumann, Rees), der die Leistungsprüfung für sich entschied, frühzeitig einen Namen gemacht. Zu seinen sportlichen Top-Pferden zählen Der kleine Lord (Mutter v. Donnerschwee, Zü.: Hans Jürgen Lietz, Emmendorf), unter Kristina Böckmann (FIN) Teilnehmer der EM 2015 in Aachen. Danönchen OLD (Mutter v. Rohdiamant, Zü.: Xavier Marie, Haras de Hus, FRA-Petit Mars) ist hochplatziert im Finale des Nürnberger Burg Pokal unter Matthias Rath.

Mit der auf dem Klosterhof geborenen Denina (Mutter v. Konsequent), Spitzenpferd der Klosterhofauktion 2010 und bei Familie Böckmann-Heinrich zuhause, wie auch ihrem Bruder Denino, der ein Jahr später den höchsten Zuschlagpreis erzielte, macht Danone I immer wieder von sich reden. Und noch einen weiteren Vollbruder des Danone-Doppels gibt es: Der Designer, in Verden gekört und 2011 eine der Dressurspitzen der Performance Sales International Auktion P.S.I., später international Grand Prix erfolgreich.

Dante Weltino ist der Danone I-Sohn, der ab dem Jahr 2017 unterstreicht, warum Danone I nach De Niros Abgang die Stelle des Hauptvererbers auf dem Klosterhof zukommt. Unter der Schwedin Therese Nilshagen schießt er förmlich in die Weltspitze, ist hoch platziert beim CHIO Aachen, gewinnt EM-Bronze mit der schwedischen Equipe in Göteborg und wird mit mehr als 80 Prozent dort Fünfter in der Kür. Für beide, Hengst und Reiterin, ist es das erste Jahr im Grand Prix-Sport – noch so eine märchenhafte Geschichte aus dem großen De Niro-Buch!

International befruchtend tätig

Das Gestüt Katrinelund ist die Heimat eines der einflussreichen De Niro-Söhne in Skandinavien, De Noir (Mutter v. Matcho AA, Zü. Maike Fischer, Clenze). Er selbst war Siegerhengst in Dänemark, seine Kinder sind Champions im Fohlenalter. Wie es sich für einen waschechten De Niro gehört, ist der Hengst unter Lotte Skjærbæk auf Grand Prix-Kurs.

Die Erbkraft von De Niro wird über seine Söhne und Enkel in die ganze Welt getragen. Sein Sohn Devon Heir (Mutter v. Rubinstein, Zü. Ulrich Heitmann, Gütersloh) ist in USA ein erfolgreicher Hengst und Turnierpferd. Donarweiss v. De Niro (Mutter v.  Hohenstein, Zü. Ulrich Heitmann, Hagenah), ein Zuchtprodukt aus Rheinland-Pfalz/Saar, geht mit Christopher Hickey bis Intermediaire I an den Start, hat viele erfolgreiche Fohlen. Und in den USA geht die Erfolgsgeschichte über Generationen weiter: De Feiner Star v. De Laurentis (v. De Niro-Caprimond, Zü. Rembert Freiherr von dem Bussche, Masendorf) steht auf der berühmten Hilltop Farm, Doc Holiday (Mutter v. Sergeant Pepper, Zü. Dr. Hubertus von Tiedemann, Dierdorf), ein Fuchs mit illustrer Klosterhofer Auktionsverwandtschaft, ist in seiner Altersklasse unter Amanda Persons ein emsiger Schleifensammler – allesamt nur einige Beispiele in Übersee. Danzante v. De Niro-Weltmeyer deckt in Australien.

Dalwhinnie avanciert 2009 zum Champion der Hengstleistungsprüfung in Schweden für das Gestüt Västra Hoby Stuteri – seine Mutter stammt von Rohdiamant-Amiral ab. Großbritannien kört 2006 Pilling Audio (Mutter v. Hohenstein). Diamonique (Mutter v. Matcho) ist Preisspitze der Brightwells Auktion und die De Niro-Tochter Dafila gewinnt als Jährlingsstute 2005 die größte Zuchtschau im Vereinigten Königreich, schlägt die gesamte, auch deutlich ältere Konkurrenz.

2017 - das Jahr des Abschieds von De Niro

Schon beim ersten Dressurhöhepunkt des nach-olympischen Jahrs, beim Weltcup Finale 2017 in Omaha, drückt De Niro einmal mehr mit seinen Nachkommen, ein Fünftel des Teilnehmerfeldes, seinen Stempel auf. Die in Deutschland lebende Australierin Kristy Oatley wird mit ihrem schicken Dunkelfuchs Du Soleil v. De Niro (Mutter v. Caprimond, Zü.: Sven Kahrens, Dedelsdorf), einst wie viele seiner Geschwister Auktionskandidat auf dem Klosterhof Medingen, Zehnter. Saskia Lieben-Seutter hatte Du Soleil als Sechsjährigen bei der Weltmeisterschaft junger Dressurpferde an den Start gebracht. Edward Gal (NED) wird mit Glock’s Voice (Mutter v.Rohdiamant, Zü.: W. &. I.M. van Gisbergen, NED-Hooge Mierde) Sechster in Omaha. Für viel medialen Wirbel sorgt im Vorfeld der Umstand, dass sich mit Wendi Williamson erstmals in der Geschichte eine Reiterin aus Neuseeland für das Weltcupfinale hat qualifizieren können: Ihr Partner: ein Rappe von De Niro namens Dejavu MH (Mutter v. Anamour, Zü.: Matthew’s Hannoverians, NZL-Awanui).

2017 heißen die Sieger im Piaff-Förderpreis, bei dem Deutschlands U25-Elite im Grand Prix Sport sich untereinander misst, Lisa Klössinger und FBW Daktari (v. Donautanz-Carpaccio, Zü.: Helga Kornmayer, Überlingen). Der Braune ist einer der wenigen Söhne des auf dem Klosterhof geborenen Donautanz, einem De Niro-Sohn aus der Trakehner Stute Donaumärchen II v. Caprimond. Ein paar Monate zuvor hat das Paar aus dem Ländle bereits Doppel-Gold bei der EM der U25-Reiter gewonnen.

Apropos FBW, das Kürzel, das auf das Zuchtgebiet Baden-Württemberg hinweist, trägt auch FBW Dave, über seinen Oldenburger Vater Denaro ein De Niro-Enkel. Der auf dem Gestüt Birkhof von Nicole Casper ausgebildete Rappe wechselt nach Erfolgen im Louisdor-Preis 2012 in den Besitz von Lisa Müller, Ehefrau des Fußballstars Thomas Müller und beschert ihr das Goldene Reitabzeichen. Nicole Casper ist es auch, die mit dem Schimmel Denario v. Denaro einen De Niro-Enkel zweimal zum Titel beim Bundeschampionat reitet.

Saisonhöhepunkt 2017 ist die Europameisterschaft in Göteborg. Ein Fußballstadion in der zweitgrößten Stadt Schwedens, gut gefüllt dank der dressurbegeisterten Schweden und die De Niros mittendrin in den Entscheidungen. Einen großen Sprung auf der Weltrangliste nach oben macht Deep Impact aus dem Besitz von Helgstrand Dressage (Mutter v. Rubinstein, Zü.: Bernhard Menke, Lengerich), der mit dem Spanier Severo Jurado Lopez Zwölfter wird. Einmal mehr zeigt Super Nova II (Mutter v. Weltmeyer, Zü.: Mrs Kirby, GB-Wales) unter Spencer Wilton auf Platz 13 sein Potential. Zusammen mit dem Bronzemedaillengewinner Atterupgaard’s Cassidy v. Caprimond unter der Dänin Catherine Dufour und dem Oldenburger Dante Weltino v. Danone unter Therese Nilshagen (SWE/5./80,441 Prozent),  stammen mehr als 25 Prozent aller Kür-Finalisten von Klosterhof-Hengsten ab! Im Grand Prix Special der besten 30 ist auch der bewährte Glock’s Voice (Mutter v. Rohdiamant, Zü.: W. &. I.M. van Gisbergen, NED-Hooge Mierde) unter Edward Gal (NED) am Start.

Gerade der großgewachsene Super Nova II gilt als ein Toptalent, dem lange Zeit zum Reifen eingeräumt worden ist. Nach Platz 21 bei den Olympischen Spielen von Rio 2016 wird das Paar Sechster im Grand Prix Special bei den Europameisterschaften 2017. Ende 2017 hatte es die britische Kombination erstmals unter die Top 10 der Weltrangliste geschafft – ein vielversprechender Auftakt ins Jahr der Weltreiterspiele von Tryon im September 2018 in den USA. Vielleicht findet er im Team GB Unterstützung von einem weiteren De Niro-Sohn, Delatio (Mutter v. Rubinstein, Zü.: ZG Ulrike und Reinhold Bosse, Sickte) mit dem Briten Emile Faurie. Beide schließen das Jahr 2017 beim Turnier in der Londoner Olympiahalle mit über 80 Prozent in der Weltcupkür ab. Im Mai 2017 steht Delatio, damals noch unter dem Sattel von Bianca Kasselmann, im Derbyfinale in Klein Flottbek, wo er als bestes Pferd mit dem Blauen Band ausgezeichnet wird.

Ebenfalls im Weltcup und nach der Babypause der Reiterin wieder voll da ist die in den Niederlanden gezogene Zaire v. Son de Niro (v. De Niro-Balzflug), die unter Mannschafts-Europameisterin Jessica von Bredow-Werndl bereits mehrfach die 80-Prozent-Marke hat knacken können. Kurz vor Weihnachten 2017 gewinnt die leichtfüßige Tänzerin in der Frankfurter Festhalle Grand Prix und Grand Prix Special.

Abschied

In De Niros Todesjahr 2017 weist die deutsche Statistik 86 gekörte Söhne auf. Den jungen Vererbern Dostojeswki und Donovan gelten große züchterische Hoffnungen auf dem Klosterhof. De Niros Popularität ist ungebrochen. Züchter haben immer gewusst, was sie bekommen, wenn sie sich für die Bedeckung mit De Niro entscheiden: Mit Sicherheit ein Dressurtalent, mit großer Wahrscheinlichkeit eines, das bei entsprechender Förderung in der Königsklasse bestehen kann. „Kraft und Geist“, sagt Burkhard Wahler, haben den Hengst zeitlebens ausgemacht. Diese Attribute hat De Niros Auge stets ausgestrahlt: Groß, dunkel und voller Elan leuchtend blickten diese Augen dem Betrachter entgegen. Auch noch als der Hengst ab 2016 mit Hufrehe zu kämpfen hat. De Niro kommt mit der Einschränkung gut zurecht, aus dem aktiven Deckeinsatz wird er aber herausgenommen. „Es geht jetzt um De Niro, nicht um maximale Gewinnausschöpfung“, sagt Klosterhof-Chef Burkhard Wahler 2016.

Doch an einem Herbsttag 2017 wendet sich das Blatt. De Niros Blick hat in den letzten Wochen schon etwas an Kraft verloren. Aber am Morgen des 11. Oktober ist das nicht mehr der De Niro, wie man ihn auf dem Klosterhof Medingen kennt. „Er guckte nicht mehr glücklich, der Glanz in seinen Augen war nicht mehr da. Da wussten wir, dass es Zeit war, ihn zu erlösen“, erinnert sich Burkhard Wahler.

Mit 24 Jahren schläft ein Hengst in seiner Box ein, ohne den die internationale Dressurwelt der 2000er Jahre anders ausgesehen hätte. Mag er auch nicht mehr auf der großen Bühne der Zucht befruchtend wirken, seine Gene werden nachhaltig die großen Entscheidungen im Dressursport noch Jahrzehnte mitprägen.

Der König ist tot, lang lebe der König!