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Die De Niro-Geschichte

Der Nachfolger – Donnerhalls großer Erbe: De Niro
Der Nachfolger – Donnerhalls großer Erbe: De Niro

Mit dem großen Schatten eines wahrhaft Großen ist das so eine Sache. Aus diesem Schatten hervorzutreten, ist nicht einfach. Schon gar nicht, wenn es der Schatten des eigenen Vaters ist. Insofern hat es De Niro nicht einfach gehabt. Denn mit Donnerhall, der Legende im deutschen Dressursport – selbst Mannschaftswelt- und Europameister – hat De Niro einen weltweiten Hochkaräter zum Vater. Was also tun? Des Vaters Beispiel folgen? Das sagt sich so einfach. Doch genau das ist De Niro gelungen, sportlich und züchterisch. 2012 übernimmt De Niro erstmals die Spitze der WBFS-Rangliste als bester Dressurpferdevererber weltweit. Seine Nachkommen erreichen allein in Deutschland eine Lebensgewinnsumme von fast 1,4 Millionen Euro.

Sich mit diesem Rappen zu beschäftigen, seine züchterische Leistung zu würdigen, geht weit über das Maß dessen hinaus, was Hengstporträts normalerweise leisten. Das liegt an De Niros eigener Sportleistung und an den schier unüberschaubaren Erfolgen seiner Nachkommen. Alle zu erwähnen, die es verdient hätten, gewürdigt zu werden, sprengt jeden Rahmen. 2008 wurde De Niro in seiner Heimat Hannover zum „Hengst des Jahres“ ernannt. Gut möglich, dass schon bald vom „Hengst einer Epoche“ die Rede ist.

Wie alles begann …
Wie alles begann …

Rückschau – Verden, Niedersachsenhalle, Oktober 1995, volle Ränge. Die Bahn betritt ein Rappe mit vier weißen Füßen. Noch ist er nur eine Nummer, bewegungsstark, gute Abstammung: Donnerhall-Akzent II-Wiesenbaum xx-Ferdinand. Schon bald soll aus diesem Rapphengst eine Hengstpersönlichkeit werden: De Niro. Die Studienfreunde Burkhard Wahler und Tönne Böckmann, der eine aus der Lüneburger Heide, der andere aus dem oldenburgischen Lastrup, können den Hengst erwerben. Sie sind sich ihrer Sache sicher. Ein Donnerhall-Sohn, mit Kraft und immensem Schub aus der Hinterhand. Dr. Burchard Bade, damals Landstallmeister im niedersächsischen Landgestüt Celle, hat 1995 noch den Zugriff auf die besten Hengste des Jahrgangs. Doch Bade winkt ab, De Niro landet nicht im „Celler Lot“: Dass ein Sohn des Rappen neun Jahre später an derselben Stelle Siegerhengst werden soll und dass dieser Dancier getaufte Rapphengst, dessen Karriere als Spitzenfohlen bei der Auktion des Klosterhofs begann, eben jenem Landstallmeister Bade dann 330.000 Euro wert sein würde, ahnt im Herbst 1995 niemand.

Als zweitteuerster Hengst des Jahrgangs wechselt De Niro in den gemeinsamen Besitz der beiden Freunde, die in Kiel zusammen studiert und gewohnt haben. Die Abstammung macht sie sicher, ja, das war richtig: Akzent II für Rittigkeit und Typ, Wiesenbaum xx sorgt für den notwendigen Schuss Vollblut, dann Ferdinand, Hannovers Zuchtgröße aus den 1970er Jahren – auch jenseits von Donnerhall sind das bewährte, große Namen. Leistungsträger, wichtig für den Erbgang. Gezüchtet hat den Donnerhall-Sohn Brigitte Pahl aus Fockbeck in Holstein. Die Mutter Alicante ging bis M-Dressur, schon ihr erstes Fohlen wird gekört, Dimension, ein Vollbruder zu De Niro. An De Niro kann sich die Züchterin erinnern: „Das haben wir gleich erkannt“.  

Nicht anders geht es den Verantwortlichen bei der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf, der nächsten Stufe auf De Niros Erfolgsleiter: Dressurindex über 145, Springindex 117,75 Punkte – unterm Strich steht der Reservesieg mit 141,93 Punkten Gesamtindex. Geschafft! Dann die ersten Fohlenjahrgänge – Volltreffer! Auf den unterschiedlichen Auktionsplätzen traben sich die De Niro-Nachkommen in die Herzen des Publikums und in prominente Ställe. Dynamik, mit groß gehebelten Bewegungen aus der Hinterhand. Ein Sohn kostet 70.000 Mark in Vechta, ein anderer in Medingen 140.000 Mark, später gar 99.000 Euro. Und das sind keinesfalls nur Fohlen, die nicht nur toll traben. Auch unterm Sattel können die De Niros auftrumpfen. In Oldenburg wird De Niro als Vierjähriger zum „Hauptprämiensieger“ gewählt – der Titel, für den die Begutachtung des ersten Fohlenjahrgangs maßgebliches Kriterium ist.

Erfolgsprinzip Leistung
Erfolgsprinzip Leistung

De Niros Nachkommen sind in aller Munde, entsprechend wird er frequentiert. In Hannover und Oldenburg, genauso wie in Westfalen. Als die ersten Kinder unter den Sattel kommen, steht fest: Wie der Vater, so die Kinder. De Niro gibt das für ihn so charakteristische Hinterbein, den kraftvollen Bewegungsablauf, die Dynamik, die ihn auszeichnet, an seine Nachkommen weiter. Vom Fleck weg wird er bundesweit fester Bestandteil von Auktionskollektionen. Viele Namen sind da zu nennen, und doch wird man immer Pferde vergessen. Es sind einfach zu viele, die ihrem Vater sportlich nacheifern. Pferde wie Daily Pleasure (Mutter v. Ehrenmarsch, Zü. Kurt Gräfe, Barntrup), 2005 De Niros erster Bundeschampion, zuvor Preisspitze der Auktion in Münster-Handorf, Vize-Bundeschampion Del Martino (Mutter v. Lungau, Zü. Heinrich Gerriets, Wilhelmshaven), ein Oldenburger und Spitzenpferd der Elite-Auktion in Vechta oder Da Vinci (Zü. Theodor Gerdes, Herzlake), das erste von so vielen Spitzenpferden, die folgen sollten, auf der Herbstauktion des Klosterhofs Medingen. Unter Bianca Ramcke ging der Wallach erfolgreich im Grand Prix-Sport. Eine weitere Auktionsspitze aus Medingen, Dick Tracy (Mutter v. Argentinus, Zü. Josef Grethen, Molbergen), platziert sich fünfjährig unter Peter Koch im Bundeschampionatsfinale, 2011 ist der von Familie Böckmann-Heinrich entdeckte Rapphengst unter Alexandra Bimschas mehrfach siegreich in Grand Prix. Eine ganz typische Karriere für die De Niro-Kinder. Denn sie sind von der Kategorie, von denen Dressurausbilder sagen, „der lernt alles“ – Piaffen und Passagen, fliegende Wechsel von Sprung zu Sprung, eben das gesamte Grand Prix-Programm. Stichwort Bundeschampionat: 2006 sind 14 Nachkommen am Start in Warendorf – Rekord!

Das Bundeschampionat hat De Niro in seiner Karriere ausgelassen, nein, übersprungen ist wohl der treffendere Begriff. Sechsjährig ist er qualifiziert, geht aber nicht an den Start. Dafür startet er siebenjährig nicht nur in S-Dressuren, sondern gleich schon in Grand Prix – und siegt! „Weil es mit dem Burgpokal nicht klappen wollte“, schmunzelt Dolf Keller, der den Hengst in dieser Zeit ausgebildet hat, in der Rückschau, „habe ich gesagt, komm‘ wir reiten gleich Grand Prix“. Ein Konzept, das aufgeht, auch weil der Hengst im Viereck derart fokussiert auf seinen Ausbilder ist, dass er fehlerfrei durch die Klippen der Königsklasse kommt. Seine Leistung ist derart überzeugend, dass ihm 2000 der Otto Lörke-Preis zuerkannt wird, als bestes deutsches Grand Prix-Nachwuchspferd. Später stehen mit Renoir Unicef, Bonaparte, Satchmo und Elvis Pferde an De Niros Stelle im Rampenlicht, die allesamt auf Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen mit Goldmedaillen dekoriert werden. 2009 erhält erstmals ein De Niro-Nachkomme den Ritterschlag im deutschen Dressursport: Dablino (Mutter v. Wanderbursch II, Zü. Weert Arnold Sweers, Krummhörn) und Anabel Balkenhol – 2010 mit dem Team Bronzemedaillengewinner bei den Weltreiterspielen in Kentucky. Dablinos älterer Bruder D-Online ist Landbeschäler im hessischen Dillenburg und ebenfalls in Klasse S erfolgreich.

Zurück zum Vater. Als Dablino noch auf den Weiden Ostfrieslands tobt, avanciert sein Erzeuger zum internationalen Grand Prix-Sieger, 2003 gewinnt er mit Dolf Keller im Sattel das Deutsche Dressurderby in Hamburg-Klein Flottbek. Ein Triumph, den ein weiterer Sohn, der mehrfache Bundeschampionatsfinalist Desperados (Mutter v. Wolkenstein II, Zü. Herbert Schütt, Hemmoor) unter Falk Rosenbauer 2010 wiederholen kann. Wie der Vater, so der Sohn. Nur, dass der Rappe Desperados 2009 noch „quasi auf der Durchreise in Richtung Weltspitze“, platziert ist im Finale des Nürnberger Burgpokals. „Ist er der deutsche Totilas?“, fragt das Pferdesportmagazin ST.GEORG 2010 auf seinem Titelblatt.

2011 wechselt der Hengst den Reiter, Kristina Sprehe, deren Vater den Rappen auf dem Verdener Hengstmarkt ersteigert hat, siegt u.a. im U25-Grand Prix im Rahmen der Dressur-Europameisterschaften in Rotterdam, dazu kommen dritte Plätze in Donaueschingen. Im regulären Grand Prix hinter der Weltcup-Zweiten Ulla Salzgeber und der niederländischen Olympiasiegerin Anky van Grunsven. Es gibt Neunen für die Piaffen – der Apfel fällt augenscheinlich tatsächlich nicht weit vom Stamm. Auch er wird mit dem Otto-Lörke-Preis ausgezeichnet, im Jahr 2011. Und mehr noch, aufgrund seiner aufsteigenden Leistungskurve steht er im Olympiajahr 2012 im deutschen Championatskader – neben Dablino der zweite De Niro-Sohn für die ganz großen Aufgaben.
Wie sein Vater ist auch Desperados ein gefragter Deckhengst. 2010 und 2011 stellte er die Hannoveraner Siegerstuten bei der Herwig-von-der-Decken-Schau: 2011 Delany, 2010 Doris Day. Neun Stuten – eine Tochter, acht Enkelinnen – das ist De Niros Ausbeute bei der prestigeträchtigen Stutenschau im Jahr 2010. Außerdem steht er sechsmal als Muttervater im Katalog der 50 konkurrierenden Dressurstuten. Mit anderen Worten: Allein aus dem Geburtsjahrgang 2007 taucht De Niro im größten Warmblutzuchtverband der Welt bei 30 Prozent der Top-Stuten mindestens in zweiter Generation auf. Eine Zahl, die für sich spricht. Im Folgejahr sind es elf Enkelinnen von 48 Stuten – stattliche 23 Prozent. 2011 bringt sich De Niro auch bei der Oldenburger Elite-Stutenschau wieder einmal ins Gespräch: Fire and Ice (Mutter v. Lord Liberty, Zü. Dieter Scherwitzki, Holdorf) heißt die hochelegante Stute, die zur Jahrgangsbesten avanciert, nicht die erste Siegerstute in Oldenburg, die De Niro zum Vater hat. Schon 2001 hatte Edina (Mutter v. Figaro, Zü. Edith Fleithmann, Großenkneten) gewonnen, als beste von zehn Staatsprämienstuten, die allein in diesem Jahrgang De Niro zum Vater haben. Und mit dem mittlerweile gleichfalls Grand Prix-siegreichen Depardieu (Mutter v. Luciano, Zü. Ewald Grotelüschen, Wardenburg) hatte er 2000 den Oldenburger Reservesiegerhengst gestellt. Auch in Hannover lieferte De Niro schon Reservesieger: Beispielsweise 2001 Desert Moon (Mutter v. Walt Disney, Zü. Dr. Ulrich Kriebel, Bienenbüttel) teuerster Hengst seines Jahrgangs, der mit dem S-Sieger Divertimento und dem gleichfalls S-erfolgreichen Disneyworld und weiteren Auktionspferden, die über den Klosterhof in fördernde Hände gerieten, erfolgreiche Geschwister hat. Der Moritzburger De Janeiro (Mutter v. Weltmeyer, Walter Honigfort, Haselünne), auch er Hannoveraner Reservesiegerhengst, ist gleichfalls S-erfolgreich. Und schließlich noch Danzas (Mutter v. Weltmeyer, Zü. Margarete Limburg, Nordhorn), Reservesieger in Neustadt/Dosse 2003. Der Oldenburger stellte Championatsfohlen und Auktionspferde und ist nun unter Kathleen Keller sportlich voll durchgestartet. Dauerbrenner De Niro …

Prägend auch als Muttervater
Prägend auch als Muttervater

Als Muttervater genießt De Niro gleichfalls einen ausgezeichneten Ruf. Prominentestes Beispiel: Sein Enkel Hotline, Siegerhengst in Hannover 2005, und mittlerweile im dänischen Gestüt Blue Hors einer der ganz Großen, züchterisch und sportlich. International kennt und schätzt man das Blut des Klosterhofer Hauptbeschälers. Der KWPN-Hengst Bretton Woods v. Johnson, 2011 Dritter bei der Weltmeisterschaft Junger Dressurpferde und im selben Jahr für einen siebenstelligen Betrag an Paul Schockemöhle und Ann-Kathrin Linsenhoff verkauft, ist über seine Mutter ein De Niro-Enkel.

Den züchterischen Volltreffer, einen Sohn, der zum Siegerhengst ernannt wird, hat De Niro seit 2004 auf seinem Erfolgskonto verzeichnet: Dancier (Mutter v. Lancier, Zü. Ekke Thaden, Butjadingen) wird als teuerstes Auktionsfohlen im September auf der Klosterhof-Auktion von Gert Brenninkmeyer erworben. Zwei Jahre später wechselt er ins Landgestüt Celle, wo er schnell zum Stutenmagnet avanciert. 2008 ist er der meistfrequentierte Staatshengst Deutschlands. Aus diesem Jahrgang stammt auch der teuerste Hengst der Verdener Körung 2011. 315.000 Euro lassen sich norwegische Interessenten den Fuchs kosten, der in Richtung dänisches Gestüt Katrinelund Deutschland verlässt. In diesem Jahr werden allein in Verden sechs De Niro-Enkel gekört, davon zwei im siebenköpfigen Prämienlot.

International ein Begriff
International ein Begriff

Katrinelund ist auch die Heimat eines einflussreichen De Niro-Sohns Skandinaviens, De Noir (Mutter v. Matcho AA, Zü. Maike Fischer, Clenze). Er selbst war Siegerhengst in Dänemark, seine Kinder sind Champions im Fohlenalter. Ein Sechsjähriger geht bei der WM junger Dressurpferde 2011. Wie es sich für einen waschechten De Niro gehört, ist der Hengst unter Lotte Skjærbæk auf Grand Prix-Kurs. Den Rang in Skandinavien abgelaufen, hat diesem in Dänemark beheimateten Hengst ein Hannoveraner, der zunächst von der eigenen Zuchtleitung gemieden wurde und dessen Karriere als Champion der schwedischen Körung beginnt: Danone I, erster von insgesamt drei gekörten De Niro-Söhnen der Weltmeyer-Tochter Well Done (Zü. Dr. Bianca Helmcke, Jameln), Danone II ist Boxennachbar von Danone I auf dem Klosterhof Medingen. Der Erstgeborene ist Grand Prix-erfolgreich mit Theresa Wahler; der Zweitgeborene mehrfach hochplatziert in Qualifikationsprüfungen zum Nürnberger Burgpokal. Danone hat sich züchterisch mit Reservesiegerhengsten wie dem Oldenburger Dante Weltino  (Mutter v. Welt Hit II, Zü. Olaf Baals, Voigtsdorf), dem Hannoveraner Dante de Luxe (Mutter v. Rouletto) oder dem NRW-Landbeschäler Dankeschön (Mutter v. Fidermark, Zü. Alfred Baumann, Rees), der die Leistungsprüfung für sich entschied, frühzeitig einen Namen gemacht. Mit der auf dem Klosterhof geborenen Denina (Mutter v. Konsequent), Spitzenpferd der Klosterhofauktion 2010 und bei Familie Böckmann-Heinrich zuhause, wie auch ihrem Bruder Denino, der ein Jahr später den höchsten Zuschlagpreis erzielte, macht Danone immer wieder von sich reden. Und noch einen weiteren Vollbruder des Danone-Doppels gibt es: Der Designer, in Verden gekört und 2011 eine der Dressurspitzen der Performance Sales International Auktion P.S.I.

De Niros Popularität ist ungebrochen. Züchter wissen, was sie bekommen, wenn sie sich für die Bedeckung durch De Niro entscheiden. Mit Sicherheit ein Dressurtalent, mit großer Wahrscheinlichkeit eines, das in der Königsklasse bestehen kann. „Kraft und Geist“, sagt Burkhard Wahler, zeichnen den Hengst aus. Diese Eigenschaften finden sich bei seinen Kindern, Enkeln und mittlerweile auch schon Urenkeln wieder. Das macht sie so erfolgreich. Etwa D’Agostino (Mutter v. Shogun xx, Zü. Klaus Lahmann, Bad Eilsen), der Fabienne Lütkemeier im Lager der Jungen Reiter mehrere Goldmedaillen auf europäischer Ebene beschert. Dessen Karriere dann aber nahtlos weitergeht. 2010 debütiert er im Grand Prix, 2011 siegt er bereits international und darf in Aachen starten: Platz acht im Grand Prix, sogar Rang vier im Grand Prix Special – das ist mehr als nur ein Einstand nach Maß. Das ist Spitze!

Stichwort Spitze – in der Weltspitze der Dressur „hat man“ mittlerweile einen De Niro. Der niederländische Weltmeister von Kentucky 2010, Edward Gal, hat mit Voice (KWPN, Mutter v. Rohdiamant) ein Pferd, das im Dressurweltcup gute Platzierungen erreicht. Dieselbe Blutkombination weist auch Deveraux (Mutter v. Rohdiamant, Zü. Auguste Berding, Dinklage) auf. Der Rappe mit der Bilderbuchkarriere, 2007 mit Miranda Rongen (NED) unangefochten Weltmeister der Sechsjährigen, 2011 mehrfacher Europameister unter Sanneke Rothenberger. Dem Oldenburger wird zugetraut, ähnlich wie D’Agostino recht schnell auch im Grand Prix ein Wörtchen bei großen Entscheidungen mitzureden. Rhapsodie Queen (Mutter v. Lord Liberty G, Zü. Clemens Graf von Merveldt, Vechta) war dreijährig drittbeste Oldenburger Stute, 2008 unter der Australierin Hayley Beresford Fünfte im Finale des Nürnberger Burgpokals. Seit 2011 reitet Isabell Werth die wunderschöne Rappstute im Grand Prix-Sport. Dablino, 2011 Medaillenträger bei den Deutschen Meisterschaften und wegen Verletzungspech nicht bei der EM am Start, steht im Championatskader, gilt als Kandidat für die Olympischen Spiele in London 2012.

Dort soll auch ein weiterer Fuchs, Delgado, unter der Spanierin Beatriz Ferrer-Salat, wieder starten. Der De Niro-Sohn (Mutter v. Weltmeyer, Zü. Wilhelm Lambard, Hamm) ist der Shooting Star der Saison 2010, gewinnt nahezu jede Prüfung, in der er an den Start geht. Auch gegen namhafte Konkurrenz, die ungläubig staunt, als das bunte Bewegungswunder plötzlich und unerwartet auf der internationalen Szene auftaucht. Die Kombination mit Weltmeyer-Müttern bzw. Müttervätern, die der hannoverschen W-Linie entspringen, hat immer wieder außerordentliche Pferde hervorgebracht: Andrea Timpes Dixieland (Zü. Hans-Günter Berner, Edendorf), Karrierstart Klosterhofauktion, zählt zu Deutschlands Nachwuchspferden im Grand Prix, war platziert im Finale des Tesch Inkasso-Cups. Olympiasieger Martin Schaudt reitet mit Despino (Mutter v. Wolkentanz II, Zü. Ulrike Lahmann-Gerke, Wittingen) ein hochinteressantes Nachwuchspferd, in Italien zählt Beldonwelt (Mutter v. Weltmeyer) unter Frederica Scolari zu den besten Pferden. Im spanischen Dressurlager etabliert, hat sich der Rapphengst Double O Seven (Mutter v. Wanderbursch I), den die Spanierin Ainoa Prada Ortiz reitet. Devon L (Mutter v. Wolkenstein II, Zü. Douglas Leatherdale, USA) zählt unter der Kanadierin Diane Creech zu einer der großen Dressurhoffnungen jenseits des Großen Teichs. Achtjährig Seriensieger in der Kleinen Tour bis Intermédiaire I ist er Experten besonders durch sein überragendes Piaffe/Passage-Talent aufgefallen. Für die spanische Equipe geht bei der Europameisterschaft 2011 Duke (Mutter v. Fabriano, Zü. Marianne Zimmermann, Rosdorf) unter Antonio Diaz Porras an den Start. Für Belgien ist dort Donnerfee (Mutter v. Rosenkavalier, Zü. Dirk Hooghe-Verhoeven, Belgien) mit dabei.

Zahlreiche De Niro-Nachkommen drängen in den deutsche Sportentscheidungen jedes Wochenende auf den Turnieren nach vorne: De Value (Mutter v. Ritual, Zü. Ulrich Bünger, Betzendorf) wird mit Hartwig Burfeind in Hagen a.T.W. Champion der Deutschen Berufsreiter 2011, Erfolge in Süddeutschland und beim CDI Kaposvar Zweiter im Grand Prix – die Eckdaten des Württembergers FBW Devito (Mutter v. Discostern, Zü. Elisabeth Rütz, Ravensburg) mit der Dänin Lone Jörgensen. Der ehemalige Medinger Auktionswallach Darjeeling (Mutter v. Kennedy, Zü. Adolf Gründler, Schweiz) qualifiziert sich mit Stephan Köberle für das Finale des Tesch Inkasso-Cups. In vielen Qualifikationen zum Nürnberger Burgpokal sind Dandelion (Mutter v. Figaro) und Uta Gräf im Jahr 2011 hochplatziert. Dio Mio (Mutter v. Charmeur, Zü. Robert Böttcher, Jesteburg) ist achtjährig auf gleichem Niveau platziert unter der Kanadierin Christilot Hanson-Boylen. 2010 stellt im WM-Finale von Verden Saskia Lieben-Seutter den sechsjährigen Du Soleil (Mutter v. Caprimond, Zü. Sven Kahrens, Dedelsdorf) vor. Sein Vollbruder Finally zählt in Kalifornien unter Mette Rosencrantz zu den besten Pferden an der Westküste. Die Kombination mit Caprimond hat über dessen Sohn Canaster einen weiteren vielversprechenden Deckhengst hervorgebracht: Duke of Oldenburg (Zü. Hergen Schweers, Butjadingen), siebenjährig S-platziert, Auktionsspitze auf dem Klosterhof und dort auch züchterisch im Einsatz. Daquino (Mutter v. Bolero, Zü. Gerhard Wilczek, Soderstorf) ist in jungen Jahren mit Reinhard Nielsen im Grand Prix-Sport angekommen.

Weltweite Genetik

Die Erbkraft von De Niro wird über seine Söhne und Enkel in die ganze Welt getragen. Sein Sohn Devon Heir (Mutter v. Rubinstein, Zü. Ulrich Heitmann, Gütersloh) ist in USA ein erfolgreicher Hengst und Turnierpferd. Donarweiss v. De Niro (Mutter v.  Hohenstein, Zü. Ulrich Heitmann, Hagenah), ein Zuchtprodukt aus Rheinland-Pfalz/Saar, geht mit Christopher Hickey bis Intermediaire I an den Start, hat viele erfolgreiche Fohlen. Und in den USA geht die Erfolgsgeschichte über Generationen weiter: De Feiner Star v. De Laurentis (v. De Niro-Caprimond, Zü. Rembert Freiherr von dem Bussche, Masendorf) steht auf der berühmten Hilltop Farm, Doc Holiday (Mutter v. Sergeant Pepper, Zü. Dr. Hubertus von Tiedemann, Dierdorf), ein Fuchs mit illustrer Klosterhofer Auktionsverwandtschaft, ist in seiner Altersklasse unter Amanda Persons ein emsiger Schleifensammler – allesamt nur einige Beispiele in Übersee. Danzante v. De Niro-Weltmeyer deckt in Australien.

Dalwhinnie avanciert 2009 zum Champion der Hengstleistungsprüfung in Schweden für das Gestüt Västra Hoby Stuteri – seine Mutter stammt von Rohdiamant-Amiral ab. Großbritannien kört 2006 Pilling Audio (Mutter v. Hohenstein). Diamonique (Mutter v. Matcho) ist Preisspitze der Brightwells Auktion und die De Niro-Tochter Dafila gewinnt als Jährlingsstute 2005 die größte Zuchtschau im Vereinigten Königreich, schlägt die gesamte, auch deutlich ältere Konkurrenz.

De Niros Nachkommen haben bereits die Schallmauer im deutschen Sport durchbrochen: Über zwei Millionen Euro haben sie inzwischen verdient. Das ist für einen Dressurhengst eine Besonderheit, eine weitere in der Biographie dieser außergewöhnlichen Hengstpersönlichkeit.